Gutes Leben anders denken

In der griechischen Philosophie gab es einen Begriff, der einen bestimmten positiven Zustand des Menschen bezeichnet: Eudaimonia. Der Begriff umfasst wort-wörtlich die Wohlgesinnung der Gottheit (Daimon), durch die der Mensch einen Zustand des Glücks erreicht. Doch Glück ist als Begriff zu klein gefasst, wurde der Begriff und die Erreichung diesen Zustandes doch durch viele verschiedene Denkschulen unterschiedlich geprägt. Bei unserer eigenen Definition können uns diese Schulen und Traditionen helfen, eigene Gedanken zu fassen und eine für uns funktionierende Richtung zu finden. Auch die Gottheit, die ein Teil der ursprünglichen Bedeutung war, muss nicht zwingend Erwähnung finden, wenn wir uns heutzutage diesem Begriff zuwenden.

Vielmehr sollte es darum gehen, diesen Begriff als offene Fragestellung an uns zu begreifen. Was benötigen wir im Leben? Was bedeutet es für uns, wenn wir von einem guten Leben sprechen? Was brauchen wir für ein Leben tatsächlich, um es als lebenswert wert schätzen zu können? Welche Dinge wollen wir besitzen? Sind wir bereit, sie zu teilen? Welchen Gewinn bringt uns der Besitz, was entspringt aus dem Akt des Teilens? Welche Ressourcen wollen, müssen wir verbrauchen? Wie können wir der Welt etwas geben, sie ein Stück besser machen?
Wie können wir unser Inneres in Einklang mit dem Äußeren bringen? Welche Werte wollen wir in der Welt vertreten?

Es können solche Fragen sein, die unser Leben und die Art und Weise, in der wir es tun, infrage stellen. Die Teil einer, laut Aristoteles, vollendeten Eudaimonia sind: der andauernden und ungestörten philosophischen Beschäftigung.

Natürlich fordert dies nicht, dass wir alle Philosophen werden, oder dass wir unser Leben vollends der Philosophie widmen. Jedoch kann es hilfreich sein, in Zeiten großer Krisen der Welt erneut mit Fragen zu begegnen. Denn in diesen Zeiten ist es von großer Bedeutung, den Mut für diese Fragen aufzubringen. Den Mut aufzubringen, solch grundlegenden Fragen aufrichtig zu begegnen und offene Ausgänge zuzulassen.

Denn erst dann, wenn wir der Beantwortung dieser Fragen, allen voran der großen Frage über die Art und Weise eines guten Lebens, aufrichtig mit eigenen Werten begegnen können, können wir Wandel und Veränderung aufrichtig gestalten.

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